Allerheiligen

Während viele andere Menschen in den Feiertagsbundesländern an Allerheiligen auf die Friedhöfe gehen, greife ich mir fast jedes Jahr meine Kamera und gehe auf Fotospaziergang. Anfang November ist die Natur ganz speziell, das lohnt sich immer. Eine Überraschung für mich waren die vielen Sonnenblumen, ich kann mich nicht daran erinnern im November schon einmal so viele blühende Sonnenblumen gesehen zu haben.

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Ponta de São Lourenço

Die Ponta de São Lourenço ist der östlichste Zipfel von Madeira und ein wunderschönes Stück Natur. Die Vegetation gab Ende August nicht mehr so viel her, aber dafür hat man einen wunderbaren Blick auf die Felsen, die einmalig schön sind. Die verschiedenen Gesteinsschichten in unterschiedlichen Farben, lange Rillen, die nach uralten Lavaströmen aussehen – wunderbar.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Und Meer, überall Meer. Die Ponta de São Lourenço ist eine schmal Halbinsel, immer wieder sieht man auf beiden Seiten der Wege das Meer aufblitzen. Schon beim Anflug auf Madeira fällt die Ponta de São Lourenço ins Auge, denn sie befindet sich direkt in der Anflugschneise und gehört zu den ersten Dingen, die man von der Insel sieht.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Die Wanderwege sind schmal und stellenweise etwas steil, aber gut gesichert und nicht zu verfehlen. Bei Gegenverkehr kann man recht gut ausweichen, was auch wichtig ist. Die Wanderroute ist sehr beliebt, außer uns waren noch jede Menge andere Menschen unterwegs.

Ponta de São Lourenço

Der steilste Abschnitt ist der Anstieg zum Pico du Furado, den höchsten Berg der Halbinsel. Teilweise muss man sich die ausgetretenen Stufen regelrecht hochziehen, aber der Aufstieg lohnt sich sehr. Auf dem nächsten Bild kann man den Weg auf den Gipfel recht gut erkennen.

Ponta de São Lourenço

Ganz in der Nähe der Ponta de São Lourenço befindet sich der einzige natürliche Sandstrand Madeiras, die Prainha. Die geschützte Badebucht ist recht klein und wunderschön gelegen. Der schwarze Lavastrand heizt sich in der Sonne wahnsinnig auf und das Ende August ca. 24 Grad warme Wasser fühlt sich im Kontrast eiskalt an. Eine herrliche Erfrischung.

Prainha

Canistrelli à la Châtaigne

Echte Pälzer Keschde
Echte Pälzer Keschde

Korsika ist berühmt für seine Kastanienbäume und seine vielen kreativen Gerichte rund um die Kastanie. Die Kastanie galt früher als Brot der Korsen, jeder hatte seine eigenen Kastanienbäume. Auch heute werden Kastanien zu meiner großen Freude noch verarbeitet.

Ich bin mitten im deutschen Kastanienparadies aufgewachsen, in der Südpfalz. Mein Heimatort wird von wunderschönen Kastanienwäldern gesäumt und natürlich haben auch wir in jedem Herbst fleißig Kastanien gesammelt. Besonders kreativ bei der Zubereitung waren wir allerdings nicht. Die Kastanien landeten entweder im Kochtopf und wurden weich gekocht mit neuem Wein serviert, oder wir rösteten die Kastanien auf der Platte unseres Stubenofens. Vor allem letzteres liebte ich sehr. Es dauerte zwar lange, bis die Kastanien endlich gar waren, aber dieses wunderbare Knistern und Knacken und der immer intensiver werdende Kastanienduft, das ist für mich der Herbst.

Geröstete Kastanien aus dem Backofen
Mittlerweile röste ich die in der Heimat gesammelten Kastanien meistens im Backofen.

Als ich dann auf der Insel war, habe ich mich natürlich sofort auf die Kastanienprodukte gestürzt. Neben dem sehr leckeren Kastanienbier von Pietra verliebte ich mich in die wunderbaren Canistrelli à la Châtaigne, korsische Kastanienkekse. Die mürben Kekse schmecken wunderbar nach Kastanien und passen perfekt zum Kastanienbier oder einen leckeren kühlen Weißwein. Einzig der Platzmangel im Koffer hielt mich davon ab, die Kekse kistenweise zu importieren.

Da man diese Kekse bei uns leider nicht kaufen kann, mache ich mich auf die Suche nach einem Rezept und wurde tatsächlich fündig. Die selbst gebackenen Kekse sind den gekauften Korsika in Geschmack und Konsistenz sehr ähnlich und werden sicherlich noch oft in meinen Backofen wandern. Kastanienliebhabern kann ich das Rezept sehr ans Herz legen.

Das Originalrezept gibt es hier: Canistrelli à la farine de châtaignes

Kastanienmehl gibt es in Biomärkten oder Reformhäusern.

Zutaten für ca. 30 Kekse
200 g Kastanienmehl
300 g Weizenmehl, Typ 405
150 g Zucker
3 Eier
150 ml geschmacksneutrales Öl
1 Päckchen Backpulver

Canistrelli: Zutaten

Zubereitung
Ofen auf 180 Grad Celsius vorheizen (Unter-/Oberhitze).

Alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten. Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, mit einem Nudelholz zu einer ca. 1 cm dicken Platte ausrollen und mit einem scharfen Messer in Rechtecke schneiden.

Canistrelli: Teig

Die Rechtecke mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und ca. 15-20 Minuten backen.

Bei mir reichte die Teigmenge für 2 Bleche, die ich nacheinander gebacken habe. Bei meinem Backofen waren 15 Minuten Backzeit pro Blech ausreichend.

Die Kekse sind fertig, wenn sie leicht Farbe angenommen haben und die Oberfläche rissig aussieht.

Fertige Canistrelli

Kekse auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Aufbewahren lassen sie sich an besten in einer Blechdose.

Nikana backt Brot

Angefangen hat es mit dem Bier. Der Herr des Hauses braut Bier selbst und fürs Bier brauen braucht man jede Menge Getreide. Nach dem Auskochen bleibt ein Getreidebrei übrig, der sogenannte Treber. Diesen kann man den Schweinen verfüttern oder man kann ihn zum Brotbacken verwenden. Mangels Schweine entschied ich mich für letzteres und scheiterte gnadenlos. Ich entschied mich für simple Hefebrote nach dem Schema Teig kneten, eine Stunde gehen lassen, Brotlaib formen, weitere Stunde gehen lassen, backen. Das klappte nur so halb, die Brote waren zu trocken, schmeckten zu sehr nach Hefe und nach zwei Tagen konnte man mit den Resten einen Nagel in die Wand treiben.

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Links ist der Treber vom Kastanienbier zu sehen, rechts ein daraus gebackenes Kastanientreberbrot.

Mein Interesse war allerdings geweckt. Ich fror einen Teil des Trebers vom letzten Brautag ein und beschloss, mich erstmal mit dem Brotbacken im Allgemeinen zu beschäftigen. Dazu kaufte ich mir das Brotbackbuch Nr. 1 von Lutz Geißler, der mit seinem Plötzblog eines der größten Brotback-Blogs im deutschsprachigen Raum betreibt und der mir deshalb schon länger ein Begriff war. Seine Rezepte fand ich aber oft zu kompliziert, vor allem wegen der genauen Temperaturangaben bei der Gare. Zum Brot backen braucht man offenbar nicht nur ein gutes Zeitmanagement, sondern auch verschiedene Temperaturzonen in der Wohnung. Im Winter habe ich die zwar schon alleine dadurch, dass ich nicht alle Räume heize, aber die oft angegebenen 24 Grad habe ich nicht, zumindest nicht so punktgenau.

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Mein erstes Sauerteigbrot, frisch aus dem Gärkorb.

Dennoch wollte ich mich daran versuchen. Die immer gleichen Aufbackbrötchen zum Frühstück am Wochenende konnte ich einfach nicht mehr sehen. Denn egal wo ich meine Brötchen kaufte, sie schmeckten immer relativ gleich. Bäcker, die wirklich noch selbst backen, gibt es zumindest in meiner näheren Umgebung nicht und weit fahren, um ein paar Brötchen fürs Frühstück zu kaufen, kann auch nicht das Wahre sein.

So war es klar, dass ich mir für den ersten ernsthaften Brotbackversuch Brötchen vorknöpfen würde, und zwar solche, bei denen man den Teig am Vorabend vorbereiten konnte und die man am nächsten Tag nur noch in den Ofen schieben musste. Auch nicht viel anders als Aufbackbrötchen, außer dass man etwas früher aufstehen oder später frühstücken muss, weil die Brötchen vor dem Backen erst noch etwas gehen müssen.

Meine ersten selbstgebacken Brötchen. Jetzt müssen sie nur noch so schmecken wie sie aussehen und duften.

Ein von Nikana (@nikanaaa) gepostetes Foto am

Der Versuch war ein voller Erfolg. Die Brötchen schmeckten wunderbar, waren fluffig, aromatisch und schmeckten auch am nächsten Tag noch richtig gut, obwohl ich sie mangels Brotbox offen auf einem Teller liegen ließ, was natürlich alles andere als optimal ist.

Mittlerweile habe ich einen Brottopf aus Ton und schon ein paar Brote gebacken, meistens Hefebrote, weil die für Anfänger einfacher sind. Bisher schmeckten mir auch alle Brote, 100 % zufrieden war ich allerdings noch nie. Brot ist eine Wissenschaft für sich, die mit viel Übung und Fehler machen verbunden ist. Aber ich habe viel Spaß am Üben. In meiner Vorratskammer stehen mittlerweile mehr Mehlsorten, als ich vor 3 Wochen überhaupt kannte und ich entwickle mich zur Stammkundin der Dorfmühle, in der man so gut wie alles kriegt. Früher habe ich dort nur Gemüse oder einige Biowaren gekauft, jetzt karre ich auch säckeweise Mehl nach Hause.

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Mehlauswahl in der Speisekammer

Meine Brotbackversuche dokumentiere ich auf Instagram, eine Vorgehensweise, die mir auch noch einige Tipps einbringt. So hat zum Beispiel ein erfahrener Brotbäcker gesehen, dass ich meinen Teig nicht ausreichend schlage/ausstoße und mir gleich entsprechende Tipps zukommen lassen. So ein direktes Feedback ist für mich sehr lehrreich und ein Grund mehr, Social Media zu lieben.

Am Treberbrot werde ich mich demnächst wieder versuchen und berichten. Der Kastanientreber ist durch die leichte Süße eine wunderbare Grundlage für ein leckeres Brot. Mittlerweile ist auch das „Dashinger Keschdebier“ so gut wie fertig und wird in kleinen Mengen ebenfalls in das Brot wandern. Den Rest trinken wir dazu.

Ferien auf Korsika: Porto-Ota

Blick auf Porto-Ota
Blick auf Porto, den Hafen von Ota

Die erste Woche auf Korsika haben wir in dem Örtchen Porto-Ota verbracht. Porto ist kein eigener Ort, sondern nur der Hafen des Bergdorfes Ota. Dieser Hafen wurde einzig und alleine für den Tourismus ausgebaut, was man dort auch richtig merkt. Direkt am Meer gibt es keinerlei Privathäuser, nur Restaurants und Hotels.

Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen, wo auch wir unser Hotelzimmer hatten

Um reine Touristenorte mache ich normalerweise einen sehr weiten Bogen, zumal sich diese Orte oft durch hässliche Bauten und viel Lärm auszeichnen. In Porto ist dies aber nicht der Fall. Auf Korsika haben die Einheimischen ein Auge darauf, dass ihre schöne Insel nicht hässlich verbaut wird.

Genueserturm
Blick auf den Genueserturm

Porto ist ein hübscher kleiner Ort und relativ ruhig, zumindest zur Nebensaison. Zur Hauptsaison wird es vermutlich zumindest tagsüber wesentlich schwerer sein, sich durch die Touristenmassen zu kämpfen. Wir waren jedoch Ende September dort und von Tag zu Tag wurden die Straßen und Restaurants leerer und immer mehr Restaurants schlossen ohne Vorwarnung ihre Pforten. Man merkte richtig, wie sich der Ort auf den Winterschlaf vorbereitete.

Strand von Porto
Strand von Porto

Bojen im Hafen
Bojen im Hafen, dessen herrlich petrolfarbenes Wasser so klar ist, dass man von der Brücke aus mühelos kleine Fische erkennen kann.

An Sehenswürdigkeiten hat Porto nicht so viel zu bieten. Ein Genueserturm, der gegen ein geringes Eintrittsgeld besucht werden kann, ein ziemlich düsteres, kleines und teueres Aquarium, in dem man innerhalb von 5 Minuten alles gesehen hat und natürlich das Meer.

Treppe zum Genueserturm
Treppe zum Genueserturm

Genueserturm
Genueserturm

Der Strand ist steinig und für meine verwöhnten Füße nicht so bequem, aber dennoch wunderschön. Außerdem hat man in Porto angeblich den schönsten Sonnenuntergang auf der ganzen Insel – ob das so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber wunderschön war er auf jeden Fall.

Sonnenuntergang im Hafen
Sonnenuntergang am Genueserturm

Porto ist außerdem ein guter Ausgangsort für Wanderungen. Genau deshalb hatten wir den Ort ausgewählt, wir orientierten uns an unserem Wanderführer und suchten einen Ort, der am Meer ist und von dem man relativ schnell an schöne Wanderorte fahren kann. Porto war in dieser Hinsicht ein absoluter Volltreffer. Für einen reinen Strandurlaub dagegen würde ich Porto nicht empfehlen, für diesen Zweck gibt es auf Korsika wesentlich schönere Strände.

Strand
Strand von Porto

Abenteuer Hören: Wir warten aufs Christkind

Ich kriege einen neuen Soundprozessor und freue mich wie bekloppt. Der Soundprozessor ist beim Cochlea-Implantat das Ding, das man außen hinter dem Ohr trägt und das die ganze Technik enthält, also quasi der Computer. Mein altes Gerät war schon recht in die Jahre gekommen und nach 6 Jahren darf man ein neues Gerät beantragen. Dieser Zeitraum wird dem einen oder anderen vor allem in der schnelllebigen Smartphone-Zeit ewig vorkommen, aber ich finde ihn vollkommen in Ordnung. Soundprozessoren sind für einen langlebigen Einsatz gemacht und recht teuer, was allerdings bei der Leistung kein Wunder ist. Außerdem muss man sich erst an das Hören mit einem neuen Gerät gewöhnen, das ist ein relativ langwieriger und vor allem sehr anstrengender Prozess. Das würde ich gar nicht jährlich machen wollen, selbst wenn ich könnte.

Heute kriege ich also das neue Modell mit der Post. Heute früh scherzte ich noch auf Twitter, dass ich neben der Tür stehen bleiben würde, bis es endlich klingelt. Dabei fiel mir ein, dass ich das früher tatsächlich so machen musste. Vor dem CI hörte ich die meisten Klingeltöne nicht. Die Klingel in meinem Elternhaus war kein großes Problem für mich, da sie ein sehr tiefes Ding-Dong von sich gab, aber schrille Schellen waren mir verschlossen. Leider waren genau solche Schellen in sämtlichen Wohnungen eingebaut, in denen ich nach dem Auszug von Zuhause wohnte. Diese Schellen hörte ich überhaupt nicht, der Ton war einfach viel zu hoch für mich. Stand ich jedoch direkt neben der Klingel, hörte ich ein dumpfes Rattern. Das hatte zur Folge, dass ich bei wichtigen Lieferungen oder Besuchen von Handwerkern, Stromablesern etc. immer im Flur stand, direkt neben der Klingel, und total angespannt und konzentriert auf das Rattern wartete. Wie anstrengend das war, kann sich vermutlich jeder vorstellen. Wenn sich der Lieferant meiner Waschmaschine für einen Zeitraum von zwischen 7 bis 14 Uhr angekündigt hatte, konnte ich wirklich gar nichts machen, bis er endlich da war. Ich konnte nicht am PC arbeiten, ich konnte nicht aufräumen, ich konnte nicht essen, ich konnte nicht aufs Klo gehen; ich konnte noch nicht einmal im Flur lesen, weil ich meine gesamte Konzentration auf das leise Rattergeräusch richten musste. Natürlich kamen solche Lieferungen immer eher gegen 14 Uhr als gegen 7 und bis dahin war ich fix und fertig.

Heute ist das natürlich viel besser. Mit dem CI höre ich unsere recht laute Klingel problemlos, aber die jahrelange Angespanntheit steckt mir nach wie vor in den Knochen. So kommt es, dass ich heute immer noch auf jedes kleine Geräusch achte, wenn ich auf etwas wichtiges warte. Dass ich zum Fenster sprinte, wenn ich ein Auto höre, und dass ich leises Rascheln oder den Sie-haben-eine-neue-Mail-Ton als klingeln fehlinterpretiere, obwohl ich ganz genau weiß, dass die Klingel recht laut ist und ganz anders klingt. Aber immerhin stehe ich nicht mehr direkt an der Tür und starre die Gegensprechanlage an, in der die Klingel versteckt ist. Sondern ich koche mir Essen, blogge, laufe durch die Wohnung, werfe die recht laute Kaffeemaschine an und kann sogar aufs Klo gehen, weil ich selbst dort die Klingel hören würde. Welch ein wunderbarer Luxus!

November

Es ist ein nebeliger Start in den November, hier im schönen Kraichgau. Leider nicht so nebelig, wie ich es mir für den kleinen Fotospaziergang gewünscht hätte, aber dennoch herrlich novembrig.

Noch sind viele Blätter auf den Bäumen, allerdings flattern sie in einem immer schnelleren Rhythmus auf den Boden. Im sonst ruhigen Wald hört sich das unglaublich laut an. Am liebsten würde ich mich auf den Boden setzen und inmitten dieser Pracht lesen, doch dazu ist es leider zu ungemütlich.

Wie wunderbar es draußen momentan ist, lässt sich nicht richtig in Worte fassen. Deshalb lasse ich meine Bilder sprechen.

Herzchen
Herzchen

Wein
Die Weinlese ist eigentlich schon vorbei …

Smile
… dennoch hängen einige Trauben fröhlich lächelnd an den Reben

Birnen
Auch Obst hängt zum Teil noch an den Bäumen,

Tau
während andere Teile bereits der Schwerkraft nachgegeben haben.

Obstbäume
Hier dagegen ist oben wie unten alles abgeerntet.

Blätterdach
Löchrige Blätterdächer

Blätterteppich
und nahezu lückenlose Blätterteppiche

Lochfraß
Klarer Fall von Lochfraß. So ein Blatt hat es ja auch nicht leicht.

Fast Schottland

Calanches
Les calanches de Piana

Die Urlaubspläne für dieses Jahr standen lange fest. Erst eine mehrtägige Wanderung auf dem West Highland Way von Glasgow nach Fort William, dann einige Tage Edinburgh. Die Route war festgelegt, eine lange Liste notwendiger Anschaffungen wie wasserabweisende Hosen, etwas wärmere atmungsaktive Jacken und zig Schichten Funktionskleidung lag bereit; eigentlich war alles perfekt geplant. Nur die Buchung stand noch aus, denn wir wollten die Buchungen der Unterkünfte und den Gepäcktransfer einer qualifizierten Firma überlassen. Da wir nicht damit rechneten, dass noch mehr Bekloppte Anfang Oktober durch die Highlands wandern wollen, ließen wir uns damit viel Zeit. Zu viel, um genau zu sein. Denn als wir buchen wollten, war bereits seit Wochen alles ausgebucht.

Nicht Schottland
Nicht Schottland, auch wenn es hier fast so aussieht.

Pietra
Kastanienbier. Der Regen kann mir gar nichts.

Zum Glück hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts gebucht und konnten uns schnell umorientieren. Denn von dem Vorhaben, alles auf eigene Faust zu regeln, kamen wir angesichts der Preise für die Unterkünfte schnell wieder ab. Wahnsinn, wie teuer so ein Bed & Breakfast mitten in der Pampa sein kann. Und faszinierend, dass der auch nicht ganz billige Anbieter der Wandertouren im Endeffekt deutlich günstiger ist.

Schwein auf der Bergstraße bei Evisa
Schwein auf der Bergstraße bei Évisa

Nur in den Städten wollten wir uns nicht aufhalten und viel Autofahren reizt uns bei Linksverkehr überhaupt nicht, also war umplanen angesagt. Da das Wetter zu diesem Zeitpunkt bei uns richtig ekelhaft war, surften wir mit Google Maps das Mittelmeer ab und landeten schnell auf Korsika. Berge von alpinen Ausmaßen, Meer und wunderbar warme Temperaturen – gebucht.

Meeresblick beim Capu d'Ortu
Meeresblick beim Capu d’Ortu

Blick vom Capu d'Ortu
Blick vom Capu d’Ortu

Statt durch die Highlands wanderten wir also durch die Macchia, statt dicker wasserabweisender Kleidung waren Shorts, T-Shirts und Bikini angesagt, kein schlechter Kompromiss. Natürlich habe ich wieder viele Bilder mitgebracht, dazu tausende von Eindrücke, die nicht fotografierbar waren. Ein guter Grund, diesem Blog wieder etwas mehr Leben einzuhauchen und das Urlaubsgefühl noch aufrecht zu erhalten, auch wenn ich längst wieder im deutlich kälteren Deutschland bin. Jetzt muss ich aber erst meine Festplatte ausmisten, damit ich die vielen Bilder sichten, sortieren und bearbeiten kann.  Bis dahin gibt es hier und bei Instagram einige Smartphone-Bilder.

L'Auberge Corse in Bonifacio
L’Auberge Corse in Bonifacio

Bonifacio
Bonifacio und die Treppe des Königs von Aragon

Übrigens: Schottland ist natürlich nicht abgeschrieben, sondern nur auf den Frühling 2016 verschoben. Diesmal mit rechtzeitiger Buchung. Ich freue mich schon total.

Sonnenuntergang im Hafen von Porto
Sonnenuntergang im Hafen von Porto

Die Musik, mein CI und ich

Musik war mir schon immer wichtig. Früher lief immer das Radio, wenn ich meine Hausaufgaben machte. Musik half mir zu entspannen, das oft hektische Drumherum auszublenden und mich voll und ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren. Das ist heute auch noch so: Nach wie vor höre ich bei der Arbeit am liebsten Musik und bin im Büro meistens mit Kopfhörern anzutreffen. Nur mein Musikgeschmack hat sich geändert: Während ich in meiner Jugend nur die Charts hörte und meine Lieblingslieder eher poplastig waren, höre ich heute lieber härtere Klänge. Heavy Metal und Rock in fast allen Variationen, das ist heute meine Musikwelt. Daran ist mein CI nicht ganz unschuldig.

Schandmaul 2014
Schandmaul in Rastatt 2014

Meine Schwerhörigkeit macht das Musikhören ziemlich kompliziert. Ich höre einige tiefe Frequenzen relativ normal, mittlere Frequenzen deutlich leiser und hohe Frequenzen gar nicht mehr. Kleine Singvögel, Trillerpfeifen, Schellen und Fahrradklingeln höre ich zum Beispiel gar nicht. Tiefe Bässe dagegen sind nahezu vollständig da – wie vollständig kann ich allerdings nicht beurteilen, da ich nie ein intaktes Hörvermögen hatte und nur Vermutungen anstellen kann. Auf jeden Fall hatte ich ohne CI schon immer massive Probleme, wenn ein Song etwas schneller und/oder lauter wurde. Ich dachte zum Beispiel jahrelang, dass Master of Puppets von Metallica bis auf ein ab und zu in den Raum gebrülltes „Master“ ohne Text wäre. Ich habe den Gesang ohne CI schlicht nicht herausgehört, weil die lauten Bässe und das Schlagzeug James Hetfields Stimme komplett überlagert haben. So ging es mir mit den meisten lauten Songs, deshalb mochte ich im Bereich Rock und Metal nur die leisen Balladen. Die meisten lauten Songs waren für mich einfach nur Krach, weil mir zu viele Details fehlten.

Metallica
Metallica bei Rock in Vienna 2015

Mit dem CI hat sich das glücklicherweise geändert. Zwar höre ich garantiert immer noch nicht das ganze Spektrum, aber ich bin mir recht sicher, dass ich die Songs großteils so höre, wie die meisten anderen Menschen auch. Und das genieße ich sehr.

Mittlerweile gehe ich regelmäßig auf Konzerte. Konzerte sind jedoch ein ganz anderes Kaliber als Musik über den Kopfhörer, dort habe ich trotz CI oft wieder meine alten Probleme. Gerade in Hallen ist die Akustik für mich schwierig, recht oft höre ich nicht heraus, welcher Song gerade gespielt wird. Das liegt daran, dass die Bässe für mich zu mächtig sind und Gesang und Gitarre komplett untergehen. Da die reinen Bässe für mich immer relativ gleich klingen, habe ich dann ziemliche Schwierigkeiten, den Song zu erkennen. Bei Open-Air-Konzerten ist das anders, diese Konzerte machen mir deshalb viel mehr Spaß als Konzerte in der Halle.

In Extremo
In Extremo in Merseburg 2014

Auf Konzerten war ich auch schon vor CI-Zeiten, aber relativ selten, weil es einfach nicht so viel brachte. Nur Robbie Williams 2003 in Mannheim hat mir richtig viel Spaß bereitet; ebenfalls besuchte Punkrock-Konzerte dagegen waren akustisch zu schwierig. Robbie Williams jedoch war großartig. Ich glaube, das wird für immer mein bestes Konzert bleiben. Was auch daran liegt, dass ich zu meiner Überraschung mühelos in die dritte Reihe spazieren konnte und die Stimmung ganz vorne so speziell ist, dass es fast schon wieder egal ist, ob und wie viel man hört. Robbie Williams hatte richtig viel Spaß an diesem Konzert und hatte dadurch eine beeindruckende und greifbare Ausstrahlung, die ich nie wieder bei einem Konzert erlebt habe. Auch nicht bei meinem zweiten (und vermutlich letzten) Robbie-Williams-Konzert drei Jahre später. Bilder habe ich von dem Konzert in Mannheim leider nicht, das war lange vor der Smartphone-Zeit. Dafür gibt es aber auf Youtube jede Menge Videos von der Tour. Hier ist mein absoluter Favorit von damals: Me And My Monkey.

Mittlerweile gehe ich mehr auf Rock- und Metal-Konzerte. In Extremo, Schandmaul, Blind Guardian und Metallica waren meine letzten Konzert-Ziele. Da ich Metallica im Rahmen des Festivals Rock in Vienna gesehen habe, kann ich zu der Liste auch noch Faith No More und die Broilers hinzufügen. Faith No More haben mich zum Fan gemacht, die Broilers dagegen fand ich zwar live OK, haben mich aber nicht übermäßig beeindruckt. Momentan steht mir der Sinn nicht so sehr nach Punkrock, das kann sich natürlich jederzeit ändern.

Faith No More
Faith No More bei Rock in Vienna 2015

Das schwierigste Konzert war für mich Blind Guardian, was allerdings an der seltsamen Akustik in der recht kleinen Halle lag. Die Stimmung war grandios, aber bei diesem Konzert war mein altes Problem am stärksten ausgeprägt: Bis auf 2-3 Songs erkannte ich kein Lied, obwohl ich viele davon zuvor mehrmals gehört hatte. Schade. Ich bin jedoch sehr gespannt, ob sich mein Gehör in der Hinsicht noch weiterentwickelt. Bisher habe ich jährlich dazugelernt, auch wenn die Fortschritte so klein sind, dass sie nicht greifbar sind und mir erst im Nachhinein auffallen.

Blind Guardian
Blind Guardian in Stuttgart 2015

Das nächste Konzert wird wieder ein Festival sein, allerdings wesentlich kleiner als Rock in Vienna. In Extremo wird auf der Loreley den 20. Bandgeburtstag feiern und hat unter anderem Schandmaul eingeladen. Ich freue mich schon sehr darauf, die Atmosphäre wird großartig sein. Zumal man sich dort vermutlich halbwegs frei bewegen kann, was bei Rock in Vienna nicht mehr der Fall war. In Wien musste ich lernen, dass große Festivals sind nicht so mein Ding sind. Allerdings war die Akustik in Wien richtig gut. Vom reinen Hören her war Rock in Vienna wahrscheinlich mein erfolgreichster Konzertbesuch bisher, die Songs, die ich kannte, konnte ich auch alle einwandfrei identifizieren. Sogar von Faith No More, die ich vor dem Konzert kaum kannte. Das ist für mich ein richtig großer Erfolg. Es wird.

In Extremo
In Extremo in Merseburg 2014

Salzburg II

Blick auf die Altstadt von der Hohensalzburg
Salzburger Altstadt

In Salzburg war ich nicht zum ersten Mal, ganz sicher aber auch nicht zum letzten Mal. Der Kontrast zwischen den beiden Reisen könnte kaum größer sein: Im Mai 2011 konnte man sich vor lauter Menschen kaum bewegen, im Februar 2015 gehörte die Stadt gefühlt uns alleine. Die Weite hat richtig gut getan, vor allem konnte ich endlich mal Mozarts Geburtshaus bewundern, ohne dass ich im Gedränge fast verloren ging.

Mozarts Geburtshaus
Mozarts Geburtshaus

Sonnige Judengasse
Judengasse

Viel Neues habe ich nicht gesehen, aber das machte nichts. Vor allem Mozarts Geburtshaus und die Hohensalzburg ist immer einen Besuch wert. Auch die Residenz war interessant, allerdings haben wir die am Sonntag noch kurz vor der Heimfahrt reingequetscht und waren viel zu müde, um viel aufnehmen zu können. Die Informationsflut in Museen ermüdet mich immer sehr schnell, vor allem, wenn ich einen Audioguide in die Hand gedrückt bekomme und nichts zum Nachlesen habe.

Fiaker
Fiaker am Dom

Hohensalzburg
Kapitelplatz mit Blick auf die Hohensalzburg

Hohensalzburg
Irgendwo in der Hohensalzburg

Gegessen haben wir in Salzburg wieder wunderbar, ich bin auch endlich zu meinen Salzburger Nockerln gekommen. Ein Gedicht. Als ich 2011 in Salzburg war, wurden mir die Nockerln verweigert, weil sie nur für 2 Personen zubereitet wurden und ich alleine war. Diesmal war ich nicht alleine, und was ist? Wir landen prompt im einzigen Restaurant in Salzburg, das Einzelportionen anbietet. Hätte ich das mal 2015 gewusst … Wer alleine in Salzburg unterwegs ist und Salzburger Nockerln essen will, sollte beim Sternbräu vorbeischauen. Übersehen kann man das Restaurant vor allem nachts nicht, der riesige Stern auf dem Dach des Hauses ist meilenweit zu sehen.

Hohensalzburg
Hohensalzburg

Sehr interessant fand ich die Brauereiführung der Stiegl-Brauerei, die etwas außerhalb der Innenstadt liegt, aber noch gut zu Fuß erreichbar ist. Die Brauereiführung begann mit einem kleinen Film zum Thema Bier, der es in sich hatte. In dem richtig gut gemachten Kino saß man nämlich quasi mitten auf der Leinwand, die Bilder wurden sowohl auf dem Boden als auch auf der halbrunden Wand ausgestrahlt. So rollten plötzlich von rechts Trecker in mein Blickfeld, oder unter unseren Füßen begann ein Gebirgsbach zu rauschen. Ich war begeistert, auch wenn ich ob der Bilderflut um mich herum einige Male ein leichtes Schwindelgefühl verspürte.

Stiegl Brauerei
Stiegl-Brauerei

Auch der restliche Teil der Führung war sehr informativ und interessant. Stiegl hat ein riesiges Biermuseum gebaut und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut. Wer sich für Bier interessiert und in Salzburg ist, sollte dort unbedingt vorbeischauen.

Baum im Hof der Hohensalzburg
Hof der Hohensalzburg

Zum Abschluss der Führung durften wir noch 3 verschiedene Biere testen. Stiegl hat verschiedene Hausbiersorten, die nur saisonal verfügbar sind. Im Februar war die Männerschokolade dran, ein wunderbares wohlschmeckendes Stout, das sogar tatsächlich etwas Kakao enthält. Die Hausbiere sind sehr experimentell und meistens nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut. Wenn ich näher an Salzburg wohnen würde, würde ich sicherlich ab und zu hinfahren und die anderen Hausbiere testen. Leider werden die nicht nach Deutschland verkauft, was aber angesichts des geringen Angebots auch verständlich ist. Immerhin konnten wir vor Ort zwei Flaschen Männerschokolade kaufen, die kann ich mir sehr gut zu einem schokoladigen Nachtisch vorstellen.

Alpenpanorama
Alpenpanorama

Hach, Salzburg. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Blick auf die Altstadt
Salzach-Ufer